Kein Wolf im Schafspelz!
Mittwoch, 17. Februar 2010
Zur städtischen Verkehrsreglement-Abstimmung in St.Gallen
Ausgerechnet der aus Zürich stammende Verein "umverkehR" will mit der parallel in verschiedenen Schweizer Städten lancierten "Städteinitative" einmal mehr versuchen, dem Indivualverkehr den Garaus zu machen. Das städtische Stimmvolk hat am 7. März über diese Initiative zu befinden: wir stimmen (als erste Stadt in der Schweiz) über eine Volksinitiative ab, welche die Einführung eines "Reglements für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung" fordert.
Was auf den ersten Blick noch ganz vernünftig scheint, erweist sich bei näherer Prüfung als Wolf im Schafspelz und entsprechend gefährlich. Die Initianten wollen den Autoverkehr auf dem heutigen Stand einfrieren und künftiges Verkehrswachstum nur noch zulassen, wenn es über den öffentlichen und den Langsamverkehr (Velo, Fussgänger) abgewickelt wird. Diese ideologisch angehauchte Zielsetzung ist ebenso unrealistisch wie schädlich. Damit schieben wir einer dynamischen Entwicklung unserer Stadt den Riegel und schränken die freie Wahl des Verkehrsmittels massiv ein. Finger weg von einem solchen Reglement! Oder wollen Sie inskünftig ihre Möbel mit dem Velo kaufen? Oder Ihre Bierharassen in den Bus schleppen? Die Initiative ist weltfremd und verkennt, dass die Stadt gerade in der jüngsten Vergangenheit enorm viel in den öffentlichen Verkehr investiert hat (neue Busflotte, neue Buslinien, etc.) und auch in naher Zukunft ausgeben wird (neuer Bahnhofplatz, Eigentrassierung, Ausbau S-Bahn, etc.). Hören wir auf, die Autoverkehr zu verteufeln. Wir brauchen die Vielfalt aller Verkehrsmittel. Ich stimme mit Überzeugung NEIN.
Dr. Roger Dornier
Stadtparlamentarier FDP, Vizepräsident FDP Kanton St.Gallen
Dr. Roger Dornier
Stadtparlamentarier FDP, Vizepräsident FDP Kanton St.Gallen
Themengebiet: Abstimmungen, Gemeinde, Initiativen & Aktionen
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Diejenigen, die jeden Morgen und Abend die Leonhardsbrücke verstopfen, haben kaum Möbel oder Bierharasse dabei.
Die Zeche bezahlen dann aber die Stadtbürger, obwohl unsere Strassen hauptsächlich von Auswärtigen verstopft werden.