Interview: Junge und der Umwandlungssatz
Montag, 1. März 2010
Désirée Seitz ist Präsidentin der Jungfreisinnigen Rheintal und engagiert sich im Abstimmungskampf für die Anpassung des Mindestumwandlungssatzes im BVG. Im Internet und mit Strassenaktionen kämpfen die Jungparteien der FDP, CVP, SVP und der GLP gemeinsam für faire Renten. Im Interview nimmt sie Stellung zu ihrer Motivation.
Michael Jäger: Désirée Seitz, Du gehörst wahrscheinlich zu einer Minderheit der unter 30-Jährigen, die wissen, was der Umwandlungssatz ist. Warum engagiert Ihr Euch für ein Thema, das nicht gerade als klassisches Anliegen der Jungen gilt?
Désirée Seitz: Was ist denn genau ein "klassisches Anliegen" der Jungen? Die meisten Jungen interessieren sich leider nicht für Politik. Und es ist sicherlich so, dass man sie mit einem "emotionalen" und verständlicheren Thema schneller abholen könnte. Aber schliesslich können wir uns nicht immer den "beliebten" Themen widmen, sondern müssen uns um die wichtigen Themen kümmern.
Warum wir Jungfreisinnigen das Thema aufgreifen: Es geht um unsere Zukunft! Während es heutigen Rentnern egal sein kann, wie viele Schulden durch sie entstehen (zu hoher Bezug aus der Vorsorge, welcher zu einem Loch in der künftigen Finanzierung führt), so sind es wir Jungen, die für die Schulden aufkommen werden müssen.
Michael Jäger: Erreicht Ihr Eure Zielgruppe mit Euren Aktionen? Wie sind die Reaktionen?
Désirée Seitz: Auf jeden Fall haben wir von Jungen sehr viele positive Feedbacks erhalten. Was es dann tatsächlich genutzt hat, werden wir am 7. März sehen.
Interessanterweise haben immer mehr "Ältere" Verständnis für unser Anliegen. Viele sehen in der Abstimmungsvorlage lediglich eine Rentenkürzung und lehnen sie darum zuerst ab. Wenn man dann auf das Rentenloch aufmerksam macht und ihnen aufzeigt, dass durch zu hohe Renten die Vermögen künftiger Generationen angezapft werden, so zeigen sie häufig Verständnis.
Michael Jäger: Ihr nutzt also Kanäle, die "die Alten" noch nicht für sich entdeckt haben. Ist das Internet ein vollwertiger Ersatz für einen klassischen Abstimmungskampf mit Plakaten und Inseraten?
Désirée Seitz: Nein, aber eine gute Ergänzung. Man muss jedoch sagen, dass die Zeit in der man mit einfachen Mitteln im Internet Erfolg haben konnte vorbei ist. Mittlerweile ist es genau so schwer, im Internet eine wirksame Kampagne zu führen wie in der "realen" Welt. Und die Kosten nähern sich auch langsam denjenigen "realer" Kampagnen an.
Michael Jäger: Mit einem Sargumzug haben die Jungen am 21. Januar in St. Gallen die Rente zu Grabe getragen. Das scheint mir eine typisch "junge" Aktion gewesen zu sein. Wie war das Echo?
Désirée Seitz: Sehr verschieden. Aber genau so haben wir unser Ziel erreicht: Wir wollten auf die Problematik aufmerksam machen. Die Medien hören uns nicht zu, wenn wir eine 0815 Pressekonferenz organisieren. So brauchen wir halt ungewöhnliche Mittel, um unsere Anliegen durchzusetzen.
Michael Jäger: Eitel Einigkeit unter FDP, CVP, SVP und der GLP wäre bei den Alten eher unüblich. Ist es für die Jungen einfacher zusammenzuarbeiten?
Désirée Seitz: Wir haben keine beruflichen und politischen Interessensbindungen und gehen einfach unseren Zielen nach. Und wenn die Konkurrenz dieselben Ziele verfolgt, so macht es Sinn, dies gemeinsam zu tun. Da haben wir sehr wenige Hemmnisse und unter uns Jungparteien herrscht ein kameradschaftliches Verhältnis.
Désirée Seitz: Was ist denn genau ein "klassisches Anliegen" der Jungen? Die meisten Jungen interessieren sich leider nicht für Politik. Und es ist sicherlich so, dass man sie mit einem "emotionalen" und verständlicheren Thema schneller abholen könnte. Aber schliesslich können wir uns nicht immer den "beliebten" Themen widmen, sondern müssen uns um die wichtigen Themen kümmern.
Warum wir Jungfreisinnigen das Thema aufgreifen: Es geht um unsere Zukunft! Während es heutigen Rentnern egal sein kann, wie viele Schulden durch sie entstehen (zu hoher Bezug aus der Vorsorge, welcher zu einem Loch in der künftigen Finanzierung führt), so sind es wir Jungen, die für die Schulden aufkommen werden müssen.
Michael Jäger: Erreicht Ihr Eure Zielgruppe mit Euren Aktionen? Wie sind die Reaktionen?
Désirée Seitz: Auf jeden Fall haben wir von Jungen sehr viele positive Feedbacks erhalten. Was es dann tatsächlich genutzt hat, werden wir am 7. März sehen.
Interessanterweise haben immer mehr "Ältere" Verständnis für unser Anliegen. Viele sehen in der Abstimmungsvorlage lediglich eine Rentenkürzung und lehnen sie darum zuerst ab. Wenn man dann auf das Rentenloch aufmerksam macht und ihnen aufzeigt, dass durch zu hohe Renten die Vermögen künftiger Generationen angezapft werden, so zeigen sie häufig Verständnis.
Michael Jäger: Ihr nutzt also Kanäle, die "die Alten" noch nicht für sich entdeckt haben. Ist das Internet ein vollwertiger Ersatz für einen klassischen Abstimmungskampf mit Plakaten und Inseraten?
Désirée Seitz: Nein, aber eine gute Ergänzung. Man muss jedoch sagen, dass die Zeit in der man mit einfachen Mitteln im Internet Erfolg haben konnte vorbei ist. Mittlerweile ist es genau so schwer, im Internet eine wirksame Kampagne zu führen wie in der "realen" Welt. Und die Kosten nähern sich auch langsam denjenigen "realer" Kampagnen an.
Michael Jäger: Mit einem Sargumzug haben die Jungen am 21. Januar in St. Gallen die Rente zu Grabe getragen. Das scheint mir eine typisch "junge" Aktion gewesen zu sein. Wie war das Echo?
Désirée Seitz: Sehr verschieden. Aber genau so haben wir unser Ziel erreicht: Wir wollten auf die Problematik aufmerksam machen. Die Medien hören uns nicht zu, wenn wir eine 0815 Pressekonferenz organisieren. So brauchen wir halt ungewöhnliche Mittel, um unsere Anliegen durchzusetzen.
Michael Jäger: Eitel Einigkeit unter FDP, CVP, SVP und der GLP wäre bei den Alten eher unüblich. Ist es für die Jungen einfacher zusammenzuarbeiten?
Désirée Seitz: Wir haben keine beruflichen und politischen Interessensbindungen und gehen einfach unseren Zielen nach. Und wenn die Konkurrenz dieselben Ziele verfolgt, so macht es Sinn, dies gemeinsam zu tun. Da haben wir sehr wenige Hemmnisse und unter uns Jungparteien herrscht ein kameradschaftliches Verhältnis.
Themengebiet: Abstimmungen
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